Hilfe, mein Antidepressivum wirkt nicht!

Hilfe, mein Antidepressivum wirkt nicht!

Auch bei korrekter Einnahme und Abwarten der Wirklatenz eines Antidepressivums kommt es immer wieder vor, dass Patienten darüber klagen, keine oder eine nicht ausreichende Wirkung zu spüren. Das ist natürlich für den Patienten erst einmal enttäuschend. Hatte er doch große Hoffnungen auf das Medikament gesetzt.

Allerdings ist es gar nicht selten, dass das erste verschriebene Antidepressivum noch nicht die erwünschten Wirkungen zeigt. Man geht davon aus, dass bei etwa der Hälfte der Betroffenen das als erstes verschriebene Mittel noch nicht optimal wirkt. Das ist auch kein Grund zur Beunruhigung. Denn anders als zum Beispiel Kopfschmerztabletten wirken Antidepressiva bei jedem Menschen anders. Das heißt, der behandelnde Arzt muss das Präparat bei Ausbleiben positiver Wirkungen nach einiger Zeit durch ein anderes Medikament ersetzen. Meist wirkt das neue Medikament (das möglicherweise aus einer anderen Wirkstoffgruppe stammt) besser als das zuerst verschriebene. In manchen Fällen muss sogar noch ein drittes Mittel ausprobiert werden, um das optimale Antidepressivum für einen Patienten zu finden.

 

Das hat auch nichts mit den Fähigkeiten oder dem Wissensstand Ihres Arztes zu tun, sondern ist ein ganz normales und übliches Vorgehen.

Grundsätzlich gibt es fast immer gute Alternativen, wenn ein Medikament nicht wie gewünscht wirkt:

Änderung der Dosierung und/oder des Zeitpunkts bzw. der Häufigkeit der Einnahme
Ersatz durch ein anderes Medikament
Kombination mit einem anderen Medikament
Darüber hinaus gibt es natürlich eine Vielzahl alternativer Behandlungsmethoden von Depressionen:

  • Psychotherapien
  • Achtsamkeits-Therapien
  • Schlafentzug-Therapien
  • Elektro-Krampf-Therapien
  • Transkranielle Magnetstimulation
  • Vagusnerv-Stimulation
  • Sport-Therapien

FAZIT:
Nicht immer zeigt das zuerst verschriebene Antidepressivum schon die gewünschte Wirkung.

Das ist kein Grund zur Beunruhigung. Es gibt viele alternative Medikamente, die Ihr Arzt Ihnen verschreiben kann. Manchmal müssen zwei oder gar drei verschiedene Antidepressiva ausprobiert werden, um das für einen Patienten passende zu finden. So gut wie alle Antidepressiva brauchen eine Anlaufzeit von mehreren Wochen, bis die Wirkung eintritt.

Neben der Behandlung mit Medikamenten gibt es viele weitere Therapiemethoden, die erfolgreich zur Behandlung von Depressionen eingesetzt werden können.

Besprechen Sie das Vorgehen immer mit Ihrem Arzt. Ändern Sie nie eigenmächtig die Dosierung oder die Einnahmehäufigkeit Ihrer Medikamente.

Dieser Beitrag ist ein Auszug aus unserem Buch Depressionen - erkennen - verstehen - überwinden von Alexander Stern.
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Achtsamkeit wirkt gegen Depressionen

Achtsamkeit wirkt gegen Depressionen

Bei der Behandlung von Depressionen ist ein Ziel der achtsamkeitsbasierten Psychotherapie-Methode, die bei einer Depression auftretenden negativen Gedankenmuster bewusst zu machen. Der Patient soll die negativen Gedanken als Objekt seiner Beobachtung einordnen, ohne sich mit ihnen zu identifizieren.

 Durch das neutrale, nicht-wertende Betrachten der negativen Gedanken kann sich der Patient von ihnen distanzieren und erkennen, dass diese nicht der Realität entsprechen.
Gleichzeitig lernt der Patient, die unangenehmen Gedanken zu akzeptieren, ohne vor ihnen zu erschrecken oder sich selbst negativ zu bewerten, weil die Gedanken (wieder) aufgetreten sind.

Die Methode wird auch erfolgreich eingesetzt, um Rückfällen bei Patienten vorzubeugen, die bereits eine oder mehrere depressive Episoden durchlitten haben.

Die Behandlung von Depressionen mit Hilfe von Achtsamkeit beinhaltet folgende Elemente:

  • Fokussieren auf die Gegenwart, steigern der Aufmerksamkeit für das, was Hier und Jetzt geschieht.
  • Erkennen (bemerken) von unangenehmen Gedanken und Gefühlen als beobachtbare Phänomene, ohne sich mit ihnen zu identifizieren.
  • Distanzierung von den eigenen negativen Gedanken und Gefühlen.
  • Akzeptieren der eigenen unangenehmen Gedanken und Gefühle.
  • Abbau negativer Gedanken und Gedankenspiralen.
  • Entspannung, innere Gelassenheit, besserer Schlaf.

Einige Therapeuten gehen sogar so weit zu sagen, dass durch das Achtsamkeitstraining bei vielen Patienten verhindert werden kann, dass eine Depression überhaupt erst entsteht.
Unstrittig ist in jedem Fall, dass durch das Achtsamkeitstraining die Gefahr eines Rückfalls bzw. einer erneuten Erkrankung in vielen Fällen deutlich sinkt.

Wichtig:

Im Gegensatz zur Stressreduktion ist die Behandlung einer schweren Depression nichts, was der Patient allein zu Hause ausprobieren sollte.
Patienten, die unter einer behandlungsbedürftigen Depression leiden, sollten in jedem Fall alle Behandlungsschritte gemeinsam mit Ihrem Arzt zu planen und durchzuführen.

Es gibt auch in Deutschland mittlerweile eine Reihe von Ärzten und Kliniken, die Achtsamkeitsübungen zur Behandlung psychischer Störungen einsetzen.

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Achtsamkeit hilft gegen Angst und Panik

Achtsamkeit hilft gegen Angst und Panik

Ähnlich wie bei der Behandlung von Depressionen wird das Erlernen der Achtsamkeit auch als Teil der Behandlung von Angststörungen eingesetzt.

Auch hier geht es darum, die eigenen Gedanken und Ängste unvoreingenommen von außen zu beobachten und zu registrieren. Dadurch wird es dem Betroffenen möglich, zwischen sich selbst auf der einen und den angstbesetzten Gedanken und Gefühlen auf der anderen Seite zu unterscheiden. Dies ermöglicht ihm, sich von seinen Angstgefühlen und Angstgedanken zu distanzieren und diese so zu überwinden.

 Wichtig dabei ist, dass die unangenehmen angstvollen Gedanken und Gefühle nicht einfach vermieden oder unterdrückt werden. Die Patienten werden angeleitet, angstvolle Situationen und Angstattacken zu erleben, ohne vor ihnen zu fliehen oder sie zu unterdrücken.
Stattdessen sollen sie ihre Gedanken und Gefühle einfach nur beobachten und benennen.

Ängste können in vielen verschiedenen Formen auftreten. So treten in Krisenzeiten häufig existenzielle Ängste wie zum Beispiel die Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes im Vordergrund. Manche Ängste beziehen sich auf ganz konkrete Situationen, andere äußern sich als allgemeine Ängstlichkeit.
Nicht wenige Menschen leiden unter einer generellen Ängstlichkeit, die sich zum Beispiel als Unsicherheit im Umgang mit anderen Menschen äußert. Oft geht es beim Thema Angst auch um die Angst davor, etwas loszulassen. Durch die achtsame Betrachtung des Augenblicks können die Betroffenen besser mit diesen Ängsten umgehen.

Wenn Sie selbst von einer Angststörung betroffen sein sollten:
Das Erlernen und Durchführen von Achtsamkeit ist keine einfache Angelegenheit. Das trifft insbesondere für Menschen zu, die mit einer besonderen Belastung (wie zum Beispiel mit einer Angststörung) leben.
Setzen Sie sich also nicht selbst unter Druck, wenn Ihnen das Beobachten und Distanzieren von Gedanken und Gefühlen anfangs nicht gelingen will.

Achtsamkeit erfordert viel Übung und Routine, um auch in angespannten Situationen zu funktionieren. Durch tägliches Üben werden auch Sie das erreichen. Es kann allerdings sein, dass es einige Wochen oder Monate dauert, bis Sie es so gut beherrschen, dass das Achtsamsein auch während einer Angstattacke funktioniert.

Halten Sie durch. Es lohnt sich!

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Körperliche Symptome von Depressionen

Körperliche Symptome von Depressionen

Bei einer Depression denken die meisten Menschen zuerst an die typischen psychischen Symptome wie Niedergeschlagenheit, Traurigkeit oder Antriebsmangel. Allerdings stellen die seelischen Probleme nur einen Teil der Symptome dar, die bei einer Depression auftreten können. Bei vielen Betroffenen treten neben den genannten Krankheitszeichen auch eine ganze Reihe von Symptomen auf, die man zunächst nicht mit einer Depression, sondern eher mit einer körperlichen Erkrankung in Verbindung bringen würde. In manchen Fällen sind die körperlichen Symptome sogar vorherrschend und oft treten schon körperliche Symptome wie zum Beispiel Schlaflosigkeit auf, bevor die seelischen Wirkungen der Depression in den Vordergrund treten. Nicht selten wird eine Depression sogar von den rein körperlichen Symptomen komplett verdeckt. Man spricht dann auch von einer larvierten (= versteckten) Depression. Das führt in manchen Fällen dazu, dass die Depression als eigentliche Grunderkrankung erst sehr spät oder auch gar nicht entdeckt wird. Die Betroffenen werden oft lange Zeit aufgrund ihrer scheinbar nicht erklärbaren Schmerzen oder anderer körperlicher Symptome behandelt, ohne dass die eigentliche Ursache gefunden wird.

Dies sind typische körperliche Symptome, die bei einer Depression auftreten können:

  • Schlafstörungen: z. B. Einschlafprobleme, nächtliches Erwachen oder sehr frühes Erwachen am Morgen.
  • Schmerzen: z. B. Kopfschmerzen, Muskel- und Gelenkschmerzen oder Schmerzen im Rücken oder in der Brust.
  • Müdigkeit / Erschöpfung
  • Appetitmangel / Gewichtsverlust
  • Verdauungsstörungen: Es können sowohl Verstopfungen als auch Durchfall auftreten.
  • Impotenz
  • Menstrationsbeschwerden
  • Unruhe und Nervosität

Wer über längere Zeit unter diesen oder ähnlichen Beschwerden leidet, ohne dass eine körperliche Ursache gefunden werden kann, sollte mit seinem Arzt klären, ob eine seelische Störung, in diesem Fall eine Depression dahinter stecken könnte.

 

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Was ist eine Depression?

Was ist eine Depression?

Zunächst einmal dies: Eine Depression ist eine ernste Krankheit. Sie ist nicht zu vergleichen mit den Schwankungen, denen die Stimmung bei gesunden Menschen unterliegt. Eine Depression ist schlimmer, sehr viel schlimmer! Eine Depression verschwindet auch nicht von selbst nach einigen Tagen. Unbehandelt kann sie Monate oder auch Jahre andauern.

Für die Betroffenen ist eine Depression eine Qual. Sie fühlen sich schlecht. Oft so schlecht, dass sie keinen Sinn mehr darin sehen, weiterzuleben. Viele erleben quälende Schmerzen, können nachts nicht schlafen und fühlen sich am Tag erschöpft und wie erschlagen. Nichts bereitet ihnen mehr Freude. Selbst geliebte Hobbys oder Freizeitbeschäftigungen sind nur noch lästige Verpflichtungen, wenn sie sich überhaupt noch dazu aufraffen können. Hinzu kommen Schuldgefühle, Sorgen und stundenlanges Grübeln darüber, wie das alles weitergehen soll.

Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl sind Empfindungen, an die sich viele depressive Patienten nur noch dunkel erinnern können. Sie fühlen sich wertlos und als Belastung für Familie und Freunde. Das Interesse an Essen und Trinken schwindet. Viele haben keinen Appetit mehr und müssen sich zum Essen regelrecht zwingen. Sogar das Interesse an Sex verschwindet. Es gibt im Leben vieler depressiver Menschen einfach nichts mehr, was ihnen Freude bereiten könnte. Und dieser Zustand ist nicht etwa nach ein oder zwei Tagen vorüber. Depressionen dauern Wochen oder Monate an. Werden sie nicht behandelt, auch noch länger.

Hilfe kommt oft zu spät
Nur ein relativ kleiner Teil der Betroffenen erhält sofort die notwendige Hilfe. Die meisten Erkrankten wissen zunächst gar nicht, was da mit ihnen geschieht. Oft fällt ihnen zu Beginn gar nicht auf, wie ihre Stimmung immer gedrückter wird, dass sie immer seltener unter Menschen gehen und Stück für Stück jegliche Freude am Leben verlieren. Manche leiden auch lange Zeit an Symptomen, die man auf den ersten Blick gar nicht mit einer Depression in Verbindung bringen würde. Ganz typisch sind zum Beispiel Schmerzen, für die weder der Hausarzt noch der Orthopäde eine organische Ursache entdecken kann. In der Konsequenz dauert es oft viel zu lange, bis die Diagnose „Depressionen“ gestellt und eine fachgerechte Behandlung eingeleitet wird. Dazu kommt, dass Depressionen trotz erheblicher Aufklärungsarbeit in den letzten Jahren immer noch zu den Erkrankungen zählen, die viele Patienten gerne verbergen würden. Der Weg zum Psychiater oder Psychotherapeuten fällt den meisten deshalb schwerer als der zu einem anderen Arzt. Während es bei Rückenschmerzen völlig selbstverständlich ist, den entsprechenden Facharzt aufzusuchen, ist das bei psychischen Problemen auch im 21. Jahrhundert noch nicht der Fall. Nicht zuletzt aus diesem Grund verbirgt sich hinter so mancher als „Burn-out“ oder „Erschöpfungssyndrom“ bezeichneten Erkrankung in Wahrheit eine Depression.

Ursachen
Aus medizinischer Sicht gibt es sowohl biologische als auch psychische Ursachen für eine Depression. Auf organischer Seite ist dies vor allem ein Ungleichgewicht der Neurotransmitter Serotonin und Noradrenalin im Gehirn. Auch das Stresshormon Cortisol steht im Verdacht, an der Entstehung von Depressionen beteiligt zu sein. Aber auch psychische Faktoren wie ungünstige Denkmuster, traumatische Erfahrungen oder unaufgelöste Konflikte scheinen an der Entstehung von depressiven Erkrankungen beteiligt zu sein. Genetisch betrachtet scheint zumindest eine gewisse Vulnerabilität (Anfälligkeit) von Eltern an ihre Kinder vererbt zu werden.

Formen
Depressionen können in unterschiedlichen Schweregraden und verschiedenen Verlaufsformen auftreten. Häufig in Form sogenannter Episoden, von denen im Verlauf des Lebens eine oder auch mehrere auftreten können. Eine besondere Form der Depression ist die sogenannte bipolare Störung. Bei ihr wechseln sich depressive Episoden mit manischen Episoden ab. Während die Patienten während der depressiven Episoden alle typischen Symptome einer Depression erleiden, schlägt die Stimmung in den manischen Episoden ins Gegenteil um. Nicht selten mit ernsthaften Konsequenzen, weil die Patienten in der manischen Phase oft jegliches Risikobewusstsein verlieren und in eine Art Größenwahn verfallen. Allerdings tritt die bipolare Störung wesentlich seltener auf, als die klassische Depression.

Schlechte Laune ist keine Depression
Die Begriffe „Depression“ und „depressiv“ werden im allgemeinen Sprachgebrauch oft falsch und viel zu häufig verwendet. Oft werden damit ganz normale Stimmungen wie Traurigkeit, oder auch einfach auch nur schlechte Laune bezeichnet. Solche harmlosen Gefühle, die nur kurze Zeit, bestenfalls einige Tage, andauern, bezeichnet man in der Medizin als „depressive Verstimmung“, nicht aber als Depression. Wenn also jemand sagt „Das deprimiert mich jetzt aber.“ oder „Ich bin heute deprimiert.“ meint er damit etwas völlig anderes, als das, was Mediziner und Psychologen unter einer Depression verstehen.

Es handelt sich bei einer Depression auch nicht „nur“ um eine psychische Erkrankung. Vielmehr treten auch organische Veränderungen auf, die nachweisbar und messbar sind. Eine Depression ist eine „echte“ Krankheit, die nicht durch Willensanstrengung beeinflusst werden kann. Sie unterliegt ebenso wenig dem eigenen Willen, wie die Masern, eine Blinddarmentzündung oder eine Viruserkrankung. Und niemand ist vor ihr sicher. Eine Depression kann jeden ereilen, ganz gleich, wie gesund, gebildet oder willensstark er ist.

Behandlung
Depressionen können heute gut mit Medikamenten und Psychotherapie behandelt werden. Die besten Ergebnisse werden mit der Kombination beider Behandlungsformen erzielt. Die Möglichkeiten der Behandlung sind heute so weit fortgeschritten, dass fast allen Betroffenen geholfen werden kann.

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Hilft Pokémon Go gegen Depressionen?

Hilft Pokémon Go gegen Depressionen?

Pokémon Go ist DAS aktuelle Thema beim Spielen mit Handy oder Smartphone. Man sieht Pokémonspieler, die mit ihrem Smartphone in der Hand nach den kleinen knuddeligen Monstern suchen überall. Ganz gleich ob im Park, in der Fußgängerzone, auf dem Schulhof oder in der U-Bahn überall trifft man auf Menschen, die auf Pokémonsuche sind. Das Ganze funktioniert so: Auf einer Landkarte auf dem Smartphone kann der Spieler herausfinden, wo sich ein oder mehrere Pokémons in seiner Umgebung befinden. Begibt er sich an diesen Ort, wird mithilfe der Handykamera das kleine Monster mitten in der tatsächlichen Umgebung angezeigt. Der Spieler kann das Pokémon dann einfangen, trainieren und mit seinem Monster in einer Arena gegen andere Spieler antreten.

Doch wie soll ein solches Spiel gegen Depressionen helfen, wie einige Spieler meinen?

Bewegung und der Kontakt zu Menschen hilft bei leichten depressiven Verstimmungen

Wichtig ist dabei vor allem der Spielmechanismus. Denn anders als bei herkömmlichen Handyspielen sitzt der Spieler nicht einfach zu Hause und tippt auf seinen Bildschirm. Beim Pokémon Go ist er gezwungen, seine Wohnung zu verlassen und sich selbst zu den verschiedenen Orten zu begeben, an denen die Pokémons auf seiner Karte angezeigt werden. Die Spieler bewegen sich dadurch nicht nur an der frischen Luft, sondern begeben sich auch in die Öffentlichkeit, wo sie andere Menschen und nicht selten auch Gleichgesinnte treffen. Beides kann bekanntermaßen bei Menschen mit leichten Depressionen eine Milderung der Symptome bewirken.

 

Der „Stern“ hat in diesem Zusammenhang den Vorsitzenden der Stifung Deutsche Depressionshilfe, Professor Ulrich Hegerl befragt. Und auch er kommt zu dem Schluss, dass ein Spiel wie Pokémon Go Patienten mit leichten Symptomen möglicherweise helfen kann. Er gibt aber zu bedenken, dass diese Effekte bei schwereren Formen von Depressionen kaum eintreten dürften. Zudem bezweifelt er, dass ein Patient, der unter schweren Depressionen leidet, überhaupt Freude an und ausreichend Energie für das Spiel entwickeln kann. Man solle deshalb solche Patienten auch nicht dazu auffordern oder gar drängen, das Spiel zu spielen.

 

Bei allen positiven Meldungen aus der Spielergemeinde sollte man nicht vergessen, dass eine Depression eine ernste Erkrankung ist, die unbedingt ärztlich behandelt werden sollte. Die Behauptung, dass Pokémon Go eine Depression heilen könne, ist in jedem Fall leichtsinnig und falsch. Nichtsdestotrotz kann das Spiel für Menschen mit leichten depressiven Störungen ein guter Anlass sein, das Haus zu verlassen, sich mehr zu bewegen und mit anderen Menschen zu kommunizieren.

Wie ist es bei Ihnen? Haben Sie ähnliche oder ganz andere Erfahrungen beim Spielen von Pokémon Go oder anderen Handyspielen gemacht? Bitte benutzen Sie die Kommentarmöglichkeiten, um uns und anderen Lesern Ihre Meinung mitzuteilen.

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