Der härteste Kritiker sind wir meist selbst.

Kennen Sie das? Es ist gerade etwas nicht optimal gelaufen, schon beginnt die innere Stimme mit einer Tirade:

–        „Das war wieder mal typisch für mich …“

–        „Ich bin wirklich zu blöd …„

–        „So etwas Dummes kann auch nur mir passieren …“

–        „Ich kann wirklich gar nichts richtig machen …“

Solche und ähnliche Gedanken kennt fast jeder. Sie begleiten uns oft schon seit der Kindheit und spätestens seit der Schulzeit. Diese Gedanken sind immens schädlich. Sie führen nicht nur dazu, dass wir uns ungeliebt und schlecht fühlen. Sie verhindern auch gleichzeitig, dass sich daran etwas ändern kann.

Denn der innere Kritiker schlägt auch dann zu, wenn es darum geht, uns zu entmutigen, wenn wir gerade dabei sind, etwas zum Besseren zu verändern. Er versucht dann, uns mit lauter Zweifeln davon zu überzeugen, dass es ohnehin nicht funktionieren wird.

Der innere Kritiker kann das Selbstbewusstsein eines Menschen dauerhaft beschädigen.

Leider können wir den inneren Kritiker nicht einfach so abschalten. Wir können aber lernen, es zu bemerken, wenn er wieder zuschlägt. Ähnlich wie bei den unrealistischen Gedanken können wir ein Alarmsystem installieren, das aktiv wird, sobald wir die ersten negativen Einwürfe des inneren Kritikers bemerken.

Es ist äußerst wichtig, dass Sie lernen, diese unrealistischen und selbstabwertenden Gedanken zu kontrollieren. Am besten ist dazu die Gedankenstopp-Methode geeignet, die in diesem Buch vorgestellt wird.

Sie sind gut, genau so, wie Sie sind!

Vergessen Sie das nicht. Auch wenn Ihr innerer Kritiker ständig versucht, Ihnen etwas anderes einzureden.

So können Sie mit dem inneren Kritiker umgehen:

Das Wichtigste ist, ihn überhaupt zu bemerken. Nur wenn Sie wissen, was Sie da ständig entmutigt, können Sie auch dagegen vorgehen.

Vielleicht können Sie sich vorstellen, wie Ihr innerer Kritiker aussieht? Viele Menschen verbinden mit dem inneren Kritiker das Bild eines Elternteils, eines Lehrers oder einer anderen kritisierenden oder strafenden Person.

Leider sind die entmutigenden Einwürfe unseres inneren Kritikers nicht leicht als solche zu erkennen. Sie erscheinen uns in der Regel nicht als unnötige Kritik, sondern als vernünftige Ideen, die uns selbst eingefallen sind. Das macht es so schwierig, sich nicht von ihnen beeinflussen zu lassen.

Machen Sie sich klar, dass Gedanken, die uns entmutigen oder davor warnen, etwas überhaupt erst zu versuchen, oft nicht zutreffend sind. Auch, wenn es uns so erscheint.

Argumentieren Sie gegen ihren inneren Kritiker:

Es ist nicht leicht, mit Vernunft und Logik gegen Überzeugungen vorzugehen, die wir bereits seit vielen Jahren mit uns herumtragen. Trotzdem ist diese Vorgehensweise hilfreich, um den inneren Kritiker zu überzeugen.

Schreiben Sie in einer Pro- und Kontra-Liste Argumente auf, die gegen den inneren Kritiker hilfreich sind.

Das könnte zum Beispiel so aussehen:

Innerer Kritiker

–        „Das schaffe ich sowieso nicht!“

Gegenargument

„Ich habe es früher schon einmal geschafft.“ „Wenn andere es schaffen, schaffe ich es auch!“

Innerer Kritiker

–        „Ich mache immer alles falsch!“

Gegenargument

„Stimmt nicht. Ich mache jeden Tag sehr viele Dinge gut oder sogar sehr gut!“

Innerer Kritiker

–        „Das hat keinen Sinn. Ich versuche es lieber erst gar nicht.“

Gegenargument

„Unsinn, vielleicht funktioniert es ja doch? Ich versuche es auf jeden Fall, damit ich wenigstens die Chance habe, dass es funktioniert.“

Innerer Kritiker

–        „Alle anderen sehen viel besser aus als ich.“

Gegenargument

„Andere Leute sehen auch nicht gerade wie Models aus. Sehr viele sehen längst nicht so gut aus wie ich!“

Betrachten Sie Ihren inneren Kritiker mit Nachsicht:

Es hilft wenig, den inneren Kritiker zu hassen. Er ist eben auch ein Teil von uns selbst. In manchen Situationen hat er uns schon davor bewahrt, einen Fehler zu machen oder ein zu großes Risiko einzugehen.

Lernen Sie, wie oben beschrieben, mit ihm umzugehen. Im Laufe der Zeit verselbstständigen sich auch die Gegenargumente, sodass der innere Kritiker eines Tages nur noch das tut, was er soll. Nämlich warnen, wenn es wirklich ein Risiko gibt.

„Der Mensch ist das einzige Lebewesen, das von sich eine schlechte Meinung hat.“

(George Bernard Shaw, britischer Dramatiker und Politiker)

Dieser Beitrag ist ein Auszug aus  Selbstbewusstsein kann man lernen! von Alexander Stern.
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