Unsichere Menschen haben häufig das Bedürfnis nach „Selbstverbesserung“. Auch Arbeitgeber und Medien vermitteln uns tagtäglich fast schon gebetsmühlenartig mit Begriffen wie „lebenslanges Lernen“, „höhere Mobilität“, „Jugendlichkeit“ etc. den Eindruck, dass wir ständig daran arbeiten müssten, unsere Fähigkeiten, unser Aussehen und unsere sozialen Aktivitäten zu verbessern oder zu optimieren.

Entsprechend dazu gibt es auf dem Buchmarkt und im Internet zahllose Angebote zum sogenannten „Self improvement“ (= Selbstverbesserung).

Ganz gleich, ob Arbeitseffizienz oder Business-Englisch. Es entsteht der Eindruck, als ob der Einzelne dazu verpflichtet wäre, ständig an der Optimierung seiner Leistungsfähigkeit zu arbeiten.

Dabei spielt es keine Rolle, ob derjenige als Lehrer, als Maschinenschlosser oder als Physik-Professor arbeitet. Jeder soll sich permanent weiterbilden, seine Fähigkeiten und Eigenschaften optimieren.

Es spielt auch keine Rolle, ob die Selbstverbesserung glücklicher, erfüllter oder zufriedener macht. Vielmehr soll sie vor allem dazu dienen, effektiver und profitabler zu arbeiten.

Und das endet ja nicht bei den Fähigkeiten, die im Berufsleben gebraucht werden. Auch völlig private Bereiche werden davon erfasst. Das gilt insbesondere für „Verbesserungen“, die am eigenen Körper vorgenommen werden sollen.

Ein perfekter Body-Mass-Index wird fast schon als selbstverständlich vorausgesetzt. Dazu müssen aber auch die perfekte Haut, das perfekte Haar und die perfekten Zähne kommen. Auch „Verschönerungen“ wie Piercings und Tattoos gehören zum guten Ton.

Je nachdem, in welchem Umfeld Sie sich bewegen, können die Anforderungen extrem unterschiedlich sein. Gemeinsam ist solchen Modediktaten aber, dass man sich an sie anpassen und sich selbst verändern muss, um dazuzugehören.

Eine ganze Industrie lebt davon, Schönheit, oder das, was dafür gehalten wird, zu verkaufen. Wie verrückt das sein kann, sieht man daran, dass die gleiche Kosmetikfirma, die in Nordeuropa Kosmetika verkauft, die die Haut gebräunter und „gesünder“ aussehen lassen, im Süden Mittel verkauft, die die Haut möglichst weiß aussehen lässt. Ungesunde Nebenwirkungen haben beide Präparate.

Sie müssen bei diesem Spiel allerdings nicht mitmachen. Nicht jeder muss ein Computer- oder Facebook-Profi sein. Nicht jeder muss die perfekten Business-Etikette im Umgang mit asiatischen Geschäftspartnern beherrschen. Und auch nicht jeder muss einen perfekten Körper haben!

Mein Rat:

Arbeiten Sie an sich, wenn das Ergebnis Ihrer Gesundheit zugutekommt. Wenn Sie übergewichtig sind, macht es Sinn, daran zu arbeiten, Gewicht zu verlieren. Auch das Rauchen aufzugeben oder häufiger Sport zu treiben sind Formen der Selbstverbesserung, die Ihnen direkt nützen.

Andere „Selbstverbesserungen“ wie das Bleichen von Zähnen, um ein „unwiderstehliches Lächeln“ zu erlangen, oder das Tragen einer Zahnklammer, um im Erwachsenenalter noch minimale Fehlstellungen zu korrigieren, sind da schon eher zweifelhaft.

Lassen Sie sich nicht vorschreiben, was „normal“ ist und richten Sie sich nicht ständig nach den Erwartungen Ihrer Freunde, Familie, Kollegen oder Mitschüler!

Sie müssen auch nicht permanent daran arbeiten, eine tolle Figur zu bekommen oder zu erhalten. Wer beim Essen ständig darüber nachdenkt, wie viele Kalorien jeder Biss hat, dem vergeht die Lust daran schon bald. Außerdem ist das ständige Auf und Ab des Körpergewichts (auch „Jo-Jo-Effekt“ genannt) alles andere als gesund!

Tipp

Nehmen Sie sich so an, wie Sie sind. Nur wenn Sie sich selbst mögen, können Sie sich gut, zufrieden und selbstbewusst fühlen, ganz gleich, ob Sie besser, schlechter oder auch nur anders sind als andere!

 

 

Dieser Beitrag ist ein Auszug aus  Selbstbewusstsein kann man lernen! von Alexander Stern.
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