Das hängt natürlich ein wenig davon ab, welchen Arzt Sie aufsuchen. Ein Hausarzt, bei dem Sie schon länger in Behandlung sind, kennt Sie natürlich schon relativ gut. Er kennt Ihre Krankengeschichte und wahrscheinlich auch Ihre Lebensumstände. Schildern Sie dem Arzt Ihre Probleme. Auch und insbesondere, was Sie seelisch bedrückt. Berichten Sie, über Ihre Sorgen, ob Sie traurig sind oder häufig grübeln. Berichten Sie auch darüber, wenn Sie keine Freude mehr an Dingen haben, die Ihnen früher Spaß gemacht haben. Teilen Sie dem Arzt auch mit, wenn Sie unter Schlafproblemen leiden, häufig müde sind oder unter Schmerzen leiden. Je genauer Sie dem Arzt schildern, was Sie bedrückt, desto besser kann er erkennen, ob eine ernsthafte seelische Störung vorliegt.

Wichtige Informationen für Ihren Arzt
Ihr Arzt wird Ihnen einige Fragen stellen. Diese können sich auf Ihre aktuellen Beschwerden, aber auch auf Ihre Krankheitsgeschichte, auf Ihr soziales Umfeld oder die Familie beziehen. Dies sind einige typische Fragen, die Ihr Arzt Ihnen vielleicht stellen wird:

  • Wie äußern sich Ihre Beschwerden? Welche Symptome treten auf?
  • Wie lange bestehen die Beschwerden schon? Wann sind sie zum ersten Mal aufgetreten?
  • Was passiert in Ihren Gedanken? Worüber grübeln Sie nach? Wovor haben Sie Angst?
  • Hatten Sie schon früher Probleme mit Depressionen oder Stimmungsschwankungen?
  • Waren Sie schon einmal deswegen in Behandlung?
  • Leiden Sie unter einer körperlichen Erkrankung?
  • Leiden Sie unter einer Allergie?
  • Leiden Sie unter Schlafstörungen?
  • Welche Medikamente nehmen Sie ein?
  • Trinken Sie regelmäßig Alkohol? Wenn ja, wie viel?
  • Konsumieren Sie, oder haben Sie früher andere Drogen konsumiert?
  • Gibt es oder gab es Phasen, in denen Sie sich besser gefühlt haben? Wenn ja, wann und unter welchen Umständen war das der Fall?
  • Haben Sie Probleme, sich zu konzentrieren? Wie sieht es mit Ihrem Gedächtnis aus?
    Gab es in den letzten Monaten besonders belastende Ereignisse?
  • Gibt oder gab es in der Familie schon Fälle von Depression, Schwermut oder Melancholie?
    Wenn ja, wie wurden diese behandelt? Welche Medikamente haben geholfen?
  • Gibt es oder gab es in der Familie andere psychische Störungen?
  • Gab es in der Familie oder im engeren Umfeld bereits Suizide oder Suizidversuche?

Tipp: Notizen machen
Notieren Sie sich vor dem Arztbesuch die wichtigsten Dinge, die Sie mit ihm besprechen wollen. Sie können so leicht vermeiden, in der Gesprächssituation etwas Wichtiges zu vergessen.

Es tut gut, reden zu können
Auch wenn es am Anfang schwerfällt, berichten fast alle Betroffenen, dass es Ihnen sehr gut tut, endlich einmal offen über ihre Probleme sprechen zu können.

Ein Arzt oder Therapeut weiß, worum es geht
Sie müssen sich nicht verstecken. Ärzte und Therapeuten wissen, was bei einer Depression passiert und wie Sie sich fühlen. Sie müssen nicht den „Schein wahren“ oder tapfer sein. Sie können und sollten sich genau so zeigen, wie Sie sich fühlen.

„Ich habe Angst davor, einem Fremden meine Gefühle zu schildern.“
Den meisten Menschen ist es nicht angenehm, einem Fremden gegenüber ihre Gefühle zu offenbaren. Wenn es Ihnen auch so geht, müssen Sie sich keine Gedanken machen. Das ist völlig normal. Ärzte und Psychotherapeuten kennen das Problem und jeder erfahrene Arzt oder Therapeut kann damit umgehen.

Ärzte und Therapeuten unterliegen der Schweigepflicht
Sie müssen keine Bedenken haben, dass irgendetwas, von dem, was Sie berichten, nach außen dringt. Alles, was Sie mit einem Arzt oder Therapeuten besprechen bleibt „unter vier Augen“. Der Gesetzgeber verpflichtet Ärzte und Therapeuten dazu, alle Informationen vertraulich zu behandeln. Das betrifft im Übrigen auch Mitarbeiter und Praxishelfer. Auch sie sind dazu verpflichtet, über alles, was sie über einen Patienten erfahren, Stillschweigen zu bewahren.

Dieser Beitrag ist ein Auszug aus unserem Buch Depressionen - erkennen - verstehen - überwinden von Alexander Stern.
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